THC-Gehalt

In den Sortenbeschreibungen sämtlicher Shops wird ja auch immer der ungefähre THC-Gehalt der Blüten angegeben. Oft wird aber ein “von - bis” angegeben (16 - 19%, o.ä.) aber oft auch ein konkreter Prozentwert (z.B. 18%).

Meine Frage ist: wovon konkret hängt es ab, ob ich diesen Wert erreiche? Erreiche ich ihn bei den Pflanzen mit fixen Angaben immer? Und wovon hängt es bei den “von - bis”-Pflanzen ab, welchen Wert ich erreiche?

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@chilichote als homegrower wird man diesen wert vermutlich nie erreichen, da wir nicht unterlaborbedingungen anbauen.

was oft stimmt, ist die blütedauer (man rechnet da ab sichtbarkeit der ersten blütenansätze, nicht nach dem tag, an dem die zeit umgestellt wurde - bei autos ist die zeit ja schonmal gar nicht nötig).

die meisten rechnen (bei photoperiodischen) ab zeitumstellung und beschweren sich dann. ^^

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@Pflanzenfee So ähnlich hab ich mir das schon gedacht aber gibt es denn Leute, die das mal gemessen haben? Würde mich interessieren, wieviel der tatsächliche Wert von dem beworbenen so durchschnittlich abweicht.

Die Blütedauer wird oft auch ungenau angegeben, manchmal bezieht sich der Zeitraum auf Keimung bis Blüte, manchmal nur auf die Blüte. Das ist aber durch die Bank bei allen Shops so, in denen ich mich so rumtreibe. Also rein bezogen auf die Angabe, getestet hab ich das natürlich nicht und unter meinen Bedingungen erwarte ich das nichtmal, dass der beworbene Zeitraum erreicht wird.

@chilichote

Das hängt tatsächlich von extrem vielen Faktoren ab :grinning_face_with_smiling_eyes:

Bei uns ist es so, dass wir die THC-Werte eher relativ „human“ angeben, also Werte, die normale Grower mit einem vernünftigen Setup auch realistisch erreichen können. Wirklich erfahrene „Labor-Grower“ mit perfektem Klima, Licht, Dünger, Trocknung usw. holen aus denselben Genetiken teilweise nochmal gut 1–3 % mehr raus.

Generell hängt der tatsächliche THC-Gehalt unter anderem ab von:

  • Lichtleistung und Lichtqualität
  • Klima (Temperatur/Luftfeuchtigkeit)
  • Nährstoffversorgung
  • Genetik/Stabilität der Sorte
  • Erntezeitpunkt
  • Trocknung und Curing
  • allgemeinem Grow-Skill :grinning_face_with_smiling_eyes:

Die Angaben wie „16–19 %“ bedeuten meistens einfach, dass die Sorte je nach Bedingungen unterschiedlich performen kann. Selbst zwei identische Pflanzen können am Ende leicht unterschiedliche Werte haben.

Und selbst feste Angaben wie „18 % THC“ bedeuten nicht automatisch, dass jede Pflanze exakt dort landet. Das ist eher ein realistischer Richtwert unter guten Bedingungen.

Dazu kommt noch, dass THC-Werte alleine oft gar nicht so viel aussagen, wie viele denken. Die Terpene spielen ebenfalls eine riesige Rolle, gerade durch den sogenannten Entourage-Effekt.

Deshalb kann sich eine Sorte mit z. B. 18 % THC teilweise „stärker“ oder angenehmer anfühlen als eine mit 25 %, einfach weil das Zusammenspiel aus Cannabinoiden und Terpenen besser harmoniert. Manche Sorten wirken eher klar und aktivierend, andere schwer und körperlich, obwohl der THC-Wert ähnlich ist :slightly_smiling_face:

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@admin Danke dir für die sehr umfangreiche Antwort!

Im Grunde also sind die meisten Faktoren beeinflussbar aber nicht alle (Genetik/Stabilität der Sorte) und je optimaler man seine Pflanze(n) versorgt, desto wahrscheinlicher ist ein hoher Wert. Aber kann man denn auch die Terpene (Düngung, Lichtmenge oder sowas?) irgendwie beeinflussen oder gilt da dasselbe, wie beim THC?

Das THC nicht alles bei der Wirkung ist, hatte ich tatsächlich schonmal gelesen. Grundsätzlich ist mir der THC-Wert völlig egal, solange ich eine vorhersehbare und angenehme Wirkung erzeugen kann ohne eine ganze Blüte konsumieren zu müssen. Aber so generell finde ich das Thema, auch bezogen den Entourage-Effekt, sehr interessant!

@chilichote

Bei den Terpenen wird das Ganze sogar nochmal komplizierter :grinning_face_with_smiling_eyes:

THC ist vergleichsweise „robust“, viele Terpene dagegen sind ziemlich empfindlich. Gerade Temperatur und Trocknung spielen dort eine riesige Rolle. Deshalb ist ein langsames und möglichst sanftes Trocknen extrem wichtig.

Zu hohe Temperaturen können Terpene relativ schnell zerstören beziehungsweise verdampfen lassen. Deshalb versuchen viele beim Trocknen eher Temperaturen um die 15–20 °C zu halten und vor allem starke Hitze zu vermeiden.

Ein paar Beispiele:

Myrcen (erdig, moschusartig)

→ beginnt sich ab ca. 20–21 °C zunehmend schneller zu verflüchtigen

Limonen (Zitrus)

→ relativ empfindlich, starke Verluste oft ab etwa 21–23 °C

Pinene (Kiefer/Wald)

→ verflüchtigt sich ebenfalls recht schnell bei höheren Temperaturen

Caryophyllen (würzig/pfeffrig)

→ gilt als etwas stabiler als viele andere Terpene

Deshalb riechen manche schlecht getrockneten Blüten am Ende kaum noch intensiv, obwohl die Genetik eigentlich extrem aromatisch wäre.

Welche Terpene dominant sind, erkennt man oft grob am Aroma der Sorte:

Zitrus, Diesel, erdig, fruchtig, süß, würzig usw. hängen direkt mit bestimmten Terpenprofilen zusammen.

Und ja, grundsätzlich gilt bei Terpenen etwas Ähnliches wie bei THC:

Die Genetik gibt das Potenzial vor, aber wie gut dieses Potenzial am Ende wirklich erhalten bleibt, hängt stark vom Grow, Klima, Erntezeitpunkt, Trocknung und Curing ab :slightly_smiling_face:

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@admin oh ha, da kann man ja ne ganze Dissertation drüber schreiben… tatsächlich ist mir schon aufgefallen, dass sich manche Gerüche nach der Ernte verändern bzw. teilweise überhaupt nur beim auseinanderbröseln der Blüten zum Rauchen zeigen/an den Fingern haften.

@chilichote

Über Cannabis könnte man tatsächlich komplette Bücher schreiben :grinning_face_with_smiling_eyes:

Ich finde das Thema extrem interessant, weil die Pflanze selbst unglaublich komplex und vielseitig ist.

Am Anfang wirkt das alles oft wie komplette Wissenschaft:

THC, CBD, Terpene, pH, EC, VPD, Trocknung, Curing usw :sweat_smile:

Aber wenn man einmal die Grundlagen verstanden hat, wird vieles irgendwann einfach Routine.

Und ja, genau das mit den Gerüchen ist völlig normal :slightly_smiling_face:

Viele Aromen entwickeln oder verändern sich erst richtig:

  • beim Trocknen
  • während des Curings
  • oder erst beim Zerkleinern der Blüten

Deshalb riecht manche Sorte im Glas erstmal relativ mild und explodiert dann plötzlich komplett beim Grinden :grinning_face_with_smiling_eyes: Die Terpene sitzen schließlich in den Harzdrüsen und werden teilweise erst richtig freigesetzt, wenn man die Blüte aufbricht.

Auch die Verarbeitungsmöglichkeiten sind eigentlich extrem vielseitig:

von klassischen Blüten über Extrakte bis hin zu Backwaren oder anderen Produkten ist theoretisch vieles möglich.

Beratung zu Edibles oder ähnlichem darf ich hier allerdings nicht geben :slightly_smiling_face:

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@admin Für die Edibles gibt es ja zum Glück genug Anleitungen/Rezepte im Internet^^

Ich bin erstmal gespannt auf den Bush Doctor - afaik hab ich noch nie eine Sorte konsumiert, die auf CBD ihren Fokus hatte.

Was mich da interessieren würde ist, wie viel das wirklich beeinflusst. Wenn ich jetzt die selbe Pflanze einmal unter schlechteren Bediungungen growe bzw trockne, spürt man das an der Wirkung? Bei den ganzen Terpenen und was sie machen sollen, frage ich mich immer wie viel das dann doch ausmacht. In meinem Zelt ist es bei den sommerlichen Temperaturen die jetzt wieder kommen öfters mal 25 Grad. Kann ich dann nicht mehr mit dem angegeben Terpenprofil rechnen, wenn sie disch teilweise schon bei 20 Grad verflüchtigen?

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Erstmal sorry für die späte Antwort. :blush:

Tatsächlich kann man das oft merken, aber meist nicht so extrem, wie viele denken. Wenn du dieselbe Genetik einmal unter optimalen Bedingungen growst und trocknest und einmal unter deutlich schlechteren Bedingungen, wirst du wahrscheinlich Unterschiede feststellen. Die zeigen sich häufig zuerst bei Geruch und Geschmack, können aber durch Veränderungen im Terpenprofil auch das Gesamterlebnis beeinflussen.

Bei den 25 °C in deinem Zelt würde ich mir allerdings noch keine großen Sorgen machen. Der Punkt, der oft missverstanden wird, ist, dass Terpene nicht einfach bei einer bestimmten Temperatur verschwinden. Nur weil ein Terpen ab etwa 20 °C flüchtiger wird, heißt das nicht, dass es bei 25 °C plötzlich weg ist. Es verdunstet lediglich schneller, vor allem wenn diese Temperaturen dauerhaft anliegen und noch Faktoren wie starke Luftbewegung dazukommen.

Wenn dein Zelt im Sommer gelegentlich auf 25 °C kommt, wirst du dem angegebenen Terpenprofil wahrscheinlich deutlich näher sein, als du denkst. Wesentlich größere Unterschiede entstehen oft erst bei dauerhaft hohen Temperaturen in der späten Blüte oder bei einer zu warmen und zu schnellen Trocknung.

Kurz gesagt: Ja, Bedingungen beeinflussen das Terpenprofil und damit potenziell auch die Wirkung. Gelegentliche 25 °C reichen aber nicht aus, um das Profil so stark zu verändern, dass du plötzlich eine komplett andere Sorte vor dir hast.

Unsere Apple Crumble im Test:

Wie man sieht, kann man aus unseren Genetiken wesentlich mehr rausholen, als die “Angabe” ist. Es hängt extrem auch vom Setup und Können ab :wink:

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Nun zum Punkt Trocknung: Meine Chocolope Ernte trocknet jetzt leider auch bei knapp 30 Grad. Ich habe leider keine Möglichkeit, sie im Keller ohne Zugriff von anderen zu trocknen, drum passiert das bei mir in der Wohnung und die momentanen Temperaturen sind nun ja… Bescheiden dafür.

Bei und steht auch bald die Ernte an, haben zwar ein Trockenzelt im Keller stehen, aber selbst da sind momentan 23°C Standard. Bin mal gespannt wie sich das auf die Trocknung und Qualität auswirkt.:grimacing::roll_eyes:

Vielleicht in dryferm Tüte packen und dann in den Keller. Aber ich habe auch schon bei denn Temperaturen getrocknet. Ich habe mir einen Karton gebastelt und diesen an den gefühlt kältesten Ort gestellt.